Vor fast acht Monaten ging die „Die rote Schleife“ online. Eine Geschichte, die nie geplant war, eigentlich ein One-Shot werden sollte und schon gar nicht für die Rubrik vorgesehen war, in der sie letztlich erschien. Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich zu eben dieser irgendwie doch unscheinbaren Story mal eine Fortsetzung schreiben würde, dann hätte ich ihm mit Sicherheit einen Vogel gezeigt.
Rückblickend betrachte ich mein Debüt mit gemischten Gefühlen. Wenn ich die Kapitel ab und an durchstöbere, dann klatsche ich mir des Öfteren mit der Hand an die Stirn. Mir fallen so viele Dinge auf, die ich hätte anders und besser machen können oder die einfach dumm sind. Teilweise finde ich die Story fast zu klischeehaft, zu platt und ekelhaft vorhersehbar.
Nichts desto trotz gibt es auch Dinge, die mir sehr gefallen, die mich Schmunzeln lassen und mit denen ich rundum zufrieden bin.
Die Geschichte behandelt kein besonderes Thema. Sie begleitet einen selbstbewussten, fröhlichen und auch ein bisschen… memmigen 19-jährigen Jungen in 24 Kapiteln durch zwei Wochen seines Lebens. Sie beschreibt, wie er zwischen dem ganzen Weihnachts- und Unistress einen entscheidenden Sinneswandel erlebt, der nicht nur dafür sorgt, dass er seinen besten Freund mit ganz anderen Augen sieht, sondern aus einem nervtötenden Erzfeind urplötzlich auch noch einen Nebenbuhler macht.
Letztlich ist es eigentlich eine Geschichte, die nur erzählt, wie es einem Jungen geht, der definitiv nicht schwul ist, sich aber trotzdem in seinen besten Freund verliebt. Wie er die „Nicht-wahr-haben-wollen“-Phase überwindet, für seine Liebe kämpft, scheitert und doch gewinnt.
Eben diesen jungen Mann habe ich in den Monaten des Schreibens sehr ins Herz geschlossen und heute bin ich unheimlich glücklich, dass ich ihn noch ein Stück weiter auf seinem Lebensweg begleiten darf. Auch wenn er nicht „echt“ ist, so ist er mit seiner zynischen, selbstironischen und manchmal etwas pessimistischen Art doch eine echte Bereicherung für mich geworden. Am glücklichsten macht mich aber, dass es unzähligen Lesern genauso geht.
Danke. Danke, dass ihr Tom ebenso lieb gewonnen habt wie ich und euch so auf ein „Wiederlesen“ mit ihm freut. Vielen, vielen Dank, das bedeutet mir unheimlich viel =) .