Nun ist es also offiziell: ich schließe mich dem aktuellen „Trend“ an und verlasse FF.de – zumindest als Autorin.
Leid tut mir eben dieser Trend nicht um mich, sondern um etliche andere Autoren der Spitzenklasse, die die Bedingungen für Autoren in diesem Fandome nicht länger hinnehmen können oder viel mehr wollen. Das tragische daran ist, dass diese Auswanderung – zumindest meiner Meinung nach – fast ausschließlich die Autoren der obersten Liga betrifft und FF.de somit etliche überragende Ausnahmetalente verliert. Die Unter- und Mittelschicht bleibt, die Güteklasse A zieht von dannen – man muss kein Hellseher sein um zu wissen, wie sich das auf das Niveau der veröffentlichten Geschichten auswirken wird.
Ich meine damit ausdrücklich nicht (!!) mich, sondern rede tatsächlich von anderen Autoren, deren Entscheidung zwar ein herber Verlust für FF.de ist, für die ich aber ebenso vollstes Verständnis habe. Ich habe schon mit 5,5% gerungen, aber andere (bessere!) Autoren kommen lediglich auf 2,7% und weniger. Das ist definitiv unakzeptabel, weshalb die Auswanderer auch meinen uneingeschränkten Zuspruch haben.
Ein Autor bei FF.de und anderen gleichwertigen Plattformen bekommt für seine Arbeit, die häufig mehrere Stunden täglich in Anspruch nimmt, nichts – rein gar nichts – außer Kommentare. Der Leser investiert in ein Kapitel nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der Zeit, die der Autor für das Verfassen aufwenden musste.
Die Zeiten für Autoren bei FF.de waren nie wirklich gut, als ich den ersten Teil postet habe waren sie schon schlecht (immer im Gesamtgefüge betrachtet!) und jetzt sind sie sogar noch schlechter geworden.
Inzwischen herrscht überhaupt keine auch nur ansatzweise realistische Relation mehr: der Autor ist in der Bittstellung und viele Leser lassen sich dazu herab, die Geschichte gnädigerweise mal zu überfliegen. Das tun sie jedes verdammte Kapitel, aber wenn das dann zu Ende ist, dann klickt man eben schnell mal auf „zurück“ und nimmt sich die nächste Geschichte vor – wo der Autor dabei bleibt kann er selber gucken. Aber wehe, wenn sich mal ein Update verspätet oder es nicht den Geschmack der verwöhnten Leser trifft – dann gibt’s Stress!
Es gibt durchaus Geschichten, die sich zahlreicher Kommentare erfreuen, aber verglichen mit den anderen – und das ist der Punkt – oftmals nicht zu Recht! Das sind häufig (nicht immer!) mittelmäßige Geschichten mittelmäßiger Autoren, bei denen eigentlich jede Story ein Abklatsch ihres Vorgängermodells ist. Wie gesagt, das trifft nicht auf alle Fälle zu, aber auf viele.
Dieses Fandom ist nüchtern betrachtet inzwischen eine reine Namensschlacht geworden. Wer den Namen hat kann verzapfen was er will und bekommt immer genug Zulauf, wer den Namen (noch) nicht hat geht gnadenlos unter und bekommt damit noch nicht mal die Chance, es zu einem bestimmten Rang zuschaffen.
Ich möchte nomals betonen, dass ich hier nicht von mir persönlich rede, sondern mich einfach die Gesamtsituation der Autoren aufregt.
Ich will auch nicht alle Leser über einen Kamm scheren, weil wirklich einige dabei sind, die regelmäßig und bei Geschichten der unterschiedlichten Arten kommentieren, die objektiv und bemüht sind, dem Autoren auch mal weiterzuhelfen.
Das sind die rühmlichen Ausnahmen, die sich wirklich viel Mühe geben und dafür sorgen, dass viele Autoren die katastrophalen Bedingungen vielleicht noch etwas länger hinnehmen.
Und allen anderen sage ich nur: der Autor erbringt euch mit dem Schreiben einer Geschichte eine gewisse Leistung, und wenn ihr nicht bereit dazu seid, von eurem hohen Ross runterzukommen und diese Leistung entsprechend zu honorieren, dann müsst ihr eben gucken, wo ihr bleibt. Einen Anspruch auf Qualität habt ihr dann jedenfalls nicht.