Eigentlich hieß die Fortsetzung von „Die rote Schleife“ bekanntermaßen „Sex mit dem Ex“. Eben diese Geschichte feierte einen Einstand nach Maß, der mich heute noch in kleines bisschen sprachlos macht.
Aus verschiedenen Gründen schaffte es die Story aber leider nicht über das 5. Kapitel hinaus, was mir schon sehr weh tut, da ich unglaublich an dieser Geschichte hänge. Schon allein von der Storyline her hatte die Fortsetzung ein vielfaches des Potenzials, was ihr Vorgängermodell zu bieten hatte.
Letztlich war das 6.Kapitel, mit dem die Story auch ihr Ende fand, noch nicht mal das Originale, sondern ein alternatives, das ich mir zu diesem Anlass spontan aus dem Ärmel geschüttelt habe.
Inzwischen ist „Sex mit dem Ex“ auch schon wieder von FF.de verschwunden. Es war ein kurzer und durchwachsener Aufenthalt, aber was bleibt ist die Tatsache, dass nur die aller wenigsten Geschichten dieses Fandoms einen solch erfolgreichen Auftakt vorzuweisen haben.
~ Aufgrund vieler Nachfragen möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ich auf FF.de definitiv nicht mehr als Autorin tätig sein werde und es somit kein neues Lesematerial von mir geben wird. Wenn ich „Sex mit dem Ex“ nicht weiterschreibe, dann werde ich auch keine andere Geschichte schreiben. ~
Hier habe ich allerdings mal einen kleinen Ausschnitt aus dem richtigen Kapitel 6 für diejenigen, die interessiert daran sind :-)
* * * *
„Also, du… chrm… du hast nichts dagegen, dass ich… Ronja… äh… besuche?“ Heilige Scheiße, noch schlimmer stottern kann man auch nicht oder? Wie alt ist Tom? Fünf?! Zu allem Unglück auch noch dieses Räuspern zwischendurch, das schreit doch geradezu nach blanker Unsicherheit!
„Nein, hab ich nicht. Wieso auch?“, antwortet Bill unerwartet schnell auf diese (peinliche!) Erkundigung und klingt dabei so gleichgültig, dass es fast wehtut. Also… im Herzen wehtut.
„Ja nee, keine Ahnung. Einfach so. Schließlich hatte ich damals was mit ihr“ – Kleine Anmerkung zwischendurch: DAS IST GELOOOOOGEN! – „und… ich würde dich dann für mindestens sechs Stunden alleine lassen.“ Ha, das ist ein guter Einwand! Ein verdammt guter Einwand! Ausnahmsweise argumentiert Tom heute recht akzeptabel, haha. Nur scheint Bill das nicht so zu sehen. Ganz und gar nicht so zu sehen, weil er nämlich laut auflacht und sich unterdessen an die Stirn fasst. Toll, jetzt fühlt sich Tom aber klasse! DANKE!
„Um Himmelswillen, Tom! Es sind nur einpaar Stunden, so schnell werd ich dich schon nicht vermissen. Du suchst doch bloß nach einem passablen Grund, nicht zu dieser komischen Taufe gehen zu müssen.“ Au, das hat gesessen. Highscore und hundert Punkte für Bill. Wenn das nicht ein eindeutiger Korb war, dann weiß Tom auch nicht. Scheiße, warum versetzt ihm das denn jetzt so verteufelt schmerzvolle Stiche in die Brust?! Ist doch nur eine kleine Abfuhr gewesen, eine miniaturgroße Abweisung. Also weshalb zum Arsch macht das Toms Thorax so zu schaffen, hä?!
Vielleicht… Ach Quatsch, nein! So ein Blödsinn!
Obwohl… naja… eventuell war es nicht Bills „Nein“ an sich gewesen, sondern eher mehr die… tja… Leichtigkeit mit der er es geäußert hat. So bequem, so unproblematisch, als würde er es nicht nur sagen sondern auch meinen. Kacke, ja genau das ist es! Affig, oder?
Allerdings gab es in letzter Zeit leider mehrere Situationen, die Toms Gedankengänge gar nicht mal mehr so affig dastehen lassen. Ereignisse, die Tom das seltsame Gefühl geben, als würde er… – Scheiße! – … Bill mehr lieben als andersrum. Und diese Annahme allein ist gleichermaßen so beunruhigend wie alarmierend und unangenehm schmerzvoll. Jetzig abermals eine weitere Bestätigung in dieser Besorgnis zu kassieren ist nicht gerade förderlich für den Heilungsprozess, wisst ihr?
Gott, klingt das inhaltsarm! Tom mutiert hier noch zur Weichwurst!
Wie dem auch sei, jedenfalls ist Tom trotz alledem klar im Vorteil. Letztlich lässt er sich seinen konfusen, dubiosen Gemütszustand nicht anmerken. Wär ja noch schöner.
„Ach Tomi, so hab ich das nun auch wieder nicht gemeint. Komm, halt mal an!“ Ähem, wie bitte? Unweigerlich muss Tom auf diese ominöse Aufforderung seitens Bill hin seinen Blick von der ohnehin ätzend leeren Landstraße abwenden und seinen Freund direkt anschauen. Etwas zu direkt vielleicht, jedoch ist das gegenwärtig irgendwie total wumpe. Bill schaut immerhin zeitgleich zurück, aus seinen umwerfend braunen Augen, nicht minder direkt, und hypnotisiert Tom so gekonnt, dass der unabwendbar herunterschaltet, abbremst und letzten Endes anhält. Mitten auf der Straße. Ziemlich gefährlich, wenn man bedenkt. Bevor Tom dieses Faktum jedoch auch nur ansatzweise richtig bedenken kann, hebt Bill unverhofft seine linke Hand an und legt sie eine Sekunde später auf die rosige Wange seines blonden Freundes.
Seine schwarzen Fingernägel kitzeln dabei die empfindliche Haut Toms, seine langen Haare werden vom künstlichen Wind der Klimaanlage in sanfte Schwingungen versetzt. Er blinzelt nicht, hat die Augen stur auf die seines Gegenübers gerichtet, allein sein Mund ist zum Sprechen dezent geöffnet. Würde man mit im Auto sitzen, man könnte die Luft wahrscheinlich knistern, gar krachen hören. Die Chemie stimmt einfach, es grenzt fast an Übernatürliches. Bill ist Tom mal wieder problemlos auf die Schliche gekommen, er versteht ihn schlichtweg blind, muss ihn nur ansehen und weiß sofort, was er denkt, was er fühlt und wann er lügt. So wie eben. Alles scheint zu perfekt, zu vollkommen zwischen ihnen, so unerträglich makellos dass, Tom kurz davor ist zu sterben. Wenn er’s müsste, dann bitte jetzt. Schöner kann es nicht werden.
Ups, geirrt! Es kann sehr wohl noch schöner werden, alleinig nämlich durch den Klang von Bills Stimme. Durch diese zart gehauchte Melodie, diese Symphonie, die sich in Toms Ohren schleicht und dort beinahe maternd verlauten lässt:
„Ich liebe dich doch, Tomi. Ich liebe dich wirklich!“ Eine Nuance, mehr ist es nicht, und doch kann Tom jählings nicht mehr atmen.
„Ja, er liebt mich.“, schießt es ihm kurz darauf mit der Geschwindigkeit eines ICEs durch den Kopf.
„Natürlich tut er das. Aber auch genug?“
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Danke schön fürs Lesen :-)
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